Auskurieren & Reise nach Tulamben

Da es mir gestern gesundheitlich nicht besonders gut ging gibt es für diesen Tag keinen Blog Eintrag. Schon früh am Morgen rumorte mein Bauch kräftig und als ich gegen sechs in der Frühe auf die Toilette ging machte mein Kreislauf fast schlapp und ich war kurz davor nach Nina zu rufen, Auch wenn das sicherlich alle anderen Gäste bei der Leichtbauweise mit Bambuswänden wachgemacht hätte. Das Bad war schließlich auf dem Flur und dazwischen lagen einige Zimmer. Nach etwa 10Minuten auf dem Thron klopfte Nina dann von alleine von außen an die Tür und fragte ob alles in Ordnung sei. Ich war froh das sie nach mir gesehen hat und bat sie einfach nur einen Moment da zu bleiben falls es wieder schlimmer wird.
Anschließend kehrten wir ins Bett zurück. Mein Bauch rumorte aber immer noch kräftig, mein Kreislauf war extrem wackelig, ich war sehr müde und ich hatte migräneartige Kopfschmerzen. Nina fühlte immer mal meine Temperatur und meinte ich hätte auch Fieber. Leider konnten wir das aber nicht messen. Da mir zwischenzeitlich aber sogar kalt war könnte das gut sein.
Was genau es war weiß ich nicht. Ein leichter Hitzschlag vom Vortag auf dem Boot, Dehydrierung durch zu wenig getrunken in Kombination mit dem Flüssigkeitsverlust vom Durchfall oder sogar eine Infektion durch einen der Mückenstiche? Ich würde auf Dehydrierung tippen.
Da wir gegen 10.00 unseren Transport nach Tulamben bestellt hatten musste ich aber zwangsweise aufstehen. Mit wackeligen Beinen gingen wir duschen, dann packte ich in Schneckentempo das Moskitonetz ein und half Nina die letzten Kleinigkeiten in unseren Rucksäcken zu verstauen. Anschließend ging es runter um etwas zu frühstücken. Ich bestellte mir eine Schüssel Cornflakes und einen Kamillentee denn ich hatte das Gefühl dass ich so viel „bekanntes“ Essen zu mir nehmen sollte wie möglich.
Ich hatte keinen Appetit und aß nur wenige Löffel Cornflakes. Trinken musste ich um so mehr, das war mir klar. Also wurde das große Glas Tee komplett geleert und auch so oft wie möglich an der Flasche Wasser genippt – trotz des gefühlten Wasserbauches.
Sobald wir in Tulamben angekommen waren meinte ich zu Nina suchen wir uns ein Zimmer mit Klimaanlage und heißer Dusche, egal was es kostet. Ich wollte einach nur bei kühler Temperatur schlafen, schlafen, schlafen.
Die Fahrt über ging es mir einigermaßen gut und die Landschaft war sehr schön. Vorbei an Reisterrassen, üppigen Dschungel mit Bananenbäumen, Kokosnusspalmen und im Hintergrund der über 3000m hohe Vulkan. Der Fahrer sprach zwar nur gebrochen englisch, da ich aber dachte dass er gar keine Englischkenntnisse hatte war ich positiv überrascht. Am Tag zuvor beim Buchen hatte seine Frau nämlich sehr aufdringlich das Zepter der Preisverhandlungen an sich gerissen und ich fühlte mich fast schon genötigt bei ihr die Fahrt zu kaufen. Den Preis drücken konnte ich allerdings trotzdem noch. :p Zwar nicht auf 270K wie gewollt sondern nur auf 275K, aber die 35Cent werde ich verkraften 😉 Es ist mehr das „Verhandlungsego“ das Schaden genommen hat.

Sobald wir in Tulamben ankamen hielten wir an zwei Hotels, beide hatten für unseren Preisbeutel allerdings zu hohe Zimmerpreise. Wir hatten zwar eigentlich „egal für welchen Preis“ eines gewollte, aber fast 400K pro Nacht ist schon ne Menge Holz für unsere Ansprüche. Im dritten Hotel mit Tauchbasis hatten wir Glück. Da ich meinte das wir auch bei ihnen Tauchen wenn der Zimmerpreis stimmt konnte ich ihn um 100K pro Nacht drücken. 250K (ca 17 Euro) sind absolut Top für ein schönes Zimmer mit eigenem Bad, warmer Dusche und Klimaanlage!

Sobald die Formalitäten geklärt waren packten wir uns ins Bett und schliefen erstmal ein paar Stunden. Anschließend waren meine Kopfschmerzen etwas zurückgegangen, mein Kreislauf war etwas stabilisierter, von der Temperatur war ich aber immer noch nicht komplett normalisiert. Wenn es morgen nicht gut ist gehe ich zum Arzt meine ich zu Nina, denn sie machte sich sichtlich Sorgen um mich.
Nach einem frühen Abendessen, von dem ich auch wieder nur ein paar Bissen runter bekam, und einer langen heißen Dusche (ich hatte vergessen wie luxuriös heiß duschen sein kann!!!), ging es ins Bett.

Heute geht es mir schon bedeutend besser. Kein Fieber mehr, keine Kreislaufprobleme, keine Kopfschmerzen. Alles wieder im grünen Bereich. Trotzdem gönnen wir uns auch heute noch ein Tag Ruhe und organisieren die nächsten Tage. Obwohl noch fast der halbe Urlaub vor uns liegt haben wir das Gefühl das die Zeit knapp wird all das zu sehen was wir eigentlich geplant hatten.
Normalerweise würde noch auf der Liste stehen nach Singaraja (der alten Hauptstadt Balis an der Nordküste) zu fahren, den Nationalpark ganz im Nord-Westen zu besuchen und dort auf der Pulau Menjangan zu tauchen, nach Lovina zum Delfinschwimmen, ins Hochland reisen, eine Übernachtung mit Besteigung des Vulkans, Bergsehen schauen, nach Ubut und eine Tour durch die Reisterrassen machen, usw
Und in 10 Tagen müssen wir schon wieder in Kuta sein da wir unsere Flugtickets nach Kula Lumpur noch upgraden müssen und der Flug zurück schon am 3.6. um 6.00 morgens abfliegt.
Unmöglich das alles ohne Stress zu schaffen. Wenn man mit drei Wochen vor sich ankommt scheint alles möglich und man schaltet in den „cruzer“ Gang, sobald man dann in der Mitte der drei Wochen ankommt beschleunigt man das Tempo und gegen Ende merkt man, „verdammt“ das hat doch alles nicht gepasst. So war es auch schon in Florida gewesen.
Unsere Planung sieht nun so aus, dass wir morgen drei Tauchgänge hier in Tulamben machen, zwei am Wrack der Liberty und einen am Coral Garden Riff. Übermorgen folgt dann nochmal ein early morning Dive am Wrack gefolgt von einem am Coral Garden (oder evtl für mich am Drop off und für Nina ein zweiter am Coral Garden. Der Drop Off (Steilkante/Senkrechte Riffwand) ist nämlich ein Tieftauchgang den Nina noch nicht machen darf.)

Kurze Anekdote aus der Besprechung mit dem Veranstalter hier auf der Basis:
Ich: „Kann sie den Drop Off auch machen? Sie ist hat nur einen Open Water. (Also bis 18m). Der Veranstalter: „Kein Problem“. Ich: „Bei wie vielen Meter fängt der Drop Off an?“. Er: „Bei etwa 15m“. Ich: „Aber dann hat sich ja nur 3m.“ Er: „Sie kann einen eigenen Guide haben und mir und meinem Guide dann von „oben“ zuschauen“. Ich: „Ok, dann überlegen wir das noch mal“ 😉

Am gleichen Tag (also Sonntag) geht es dann Mittags/Nachmittags weiter nach Singaraja, den Transport dafür müssen wir aber noch organisieren. Dort werden wir dann ein oder zwei Nächte bleiben, die Stadt besichtigen, shoppen gehen und evtl einen Tagesausflug nach Lovina machen.
Dann geht es weiter ins Hochland. Da es dort sicher auch sehr schön ist, versuchen wir dort eine Unterkunft zu bekommen. Das macht sicher mehr Sinn als per Tagesausflug von Singaraja aus das Hochland zu besichtigen. Nach zwei, drei Tagen geht es dann für ein oder zwei Nächte nach Ubud sodass wir dann am 2.6 zurück in Kuta sind.

Die Strecke in den Nord- Westen zum Nationalpark wäre ein ziemlicher „Ritt“ und mit Kosten verbunden, wenn gleich der Tauchgang sicher sehr schön geworden wäre. Gerade Marine Nationalparks versprechen ja besonders gut erhaltene Riffe, was bei den ohnehin schon schönen Riffen ein Knaller sein muss!
Übrigens habe ich beim Drift Dive eine Maxime aufgestellt woran man ein gutes Riff erkennt: „Wenn man keinen Platz findet seinen Tauchstick anzusetzen ohne etwas zu beschädigen!“ 😉

Weitere Anmerkung: 70Km hier sind etwas komplett anderes als 70Km bei uns in Deutschland! Wenn ich überlege das die Fahrt von Bielefeld nach Frankfurt (etwa 350Km) keine besonders große Sache ist, wäre das hier eine Fahrt auf die man sich erst vorbereiten müsste und die sicher ein bis zwei Tage dauern würde. Alleine weil unterwegs ständig Dörfchen kommen, man nur höchstens mal 70 fahren kann und ständig Hunde, Hühne, Schlaglöcher, und Kurven die Fahrt behindern.

So, das war es erstmal wieder. Ich hoffe ich werde morgen schöne Fotos vom Tauchgang posten können, ich habe mir für die 3 Tauchgänge nämlich wieder eine Unterwasserkamera organisiert. Das Wrack soll es hoffentlich wert sein. Jedenfalls höre ich nur Gutes von allen die es bisher betaucht haben. Meine Erwartungen sind dementsprechend hoch!

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