Bootstour und Wanderung nach Benagil

Nachdem ich nun schon zwei Tage dem Schlendrian der Urlaubsgefühle nachgegeben habe muss heute mal wieder ein Bericht her. Aber ich werde es dennoch kurz halten, denn es ist schon wieder spät und das Sichten der Fotos und Verfassen des Textes beansprucht doch immer einiges an Zeit. Aber, wie so oft, wenn man es nicht gleich macht, macht man es gar nicht mehr …

Der Botsausflug entlang der Küste, von Portimāo Richtung Osten bis zur Höhle von Benagil war super. Die Landschaft war wirklich schön und es war beeindruckend zu sehen wie viele Höhlen das Meer in den Felsen geschlagen hat. Leider scheinen wir den Einzigen Veranstalter erwischt zu haben der mit einem “großen” Boot fährt. Das war in sofern Nachteilig als dass man nicht so nah an und vor allem in die Höhlen kam als wenn es einer der vielen Anbieter mit Schlauchbooten wäre. Am meisten störte uns aber beide die durchweg schrebbelnde Musik an Bord. Von Modern Talking über Cocojambo bis zu spanischen Folkloreliedern war alles dabei und das in einer Lautstärke das man das Gefühl hatte an Bord eines Partydampfers zu sein. Die Stimmung der Landschaft und die Brandung der Wellen ging dabei leider fast vollkommen unter. Als wir nach etwas über einer Stunden zur Rückfahrt ansetzten und die Musik immer noch nicht nachgelassen hatte ging ich zum Käpten und fragte “englisch vornehm” ob eine Passage eingeplant sei in der es keine Musik gäbe um die Stimmung der Natur auf sich wirken zu lassen.” Der Käpten verstand allerdings wohl nicht was ich von ihm wollte und winkte einen anderen der Crew herbei der übersetzen sollte. Dieser fragte nochmal nach “Musik lauter oder leiser?”. Ich machte eine eindeutige Handbewegung “leiser!!” und er gab mir zu verstehen das das kein Problem war und drehte die Musik herunter. Nach etwa 20 Minuten wurde sie zwar nach und nach wieder lauter gedreht, aber bis dahin hatten wir uns schon auf das (musikfreie) Heck, und damit hinters Steuerhaus, verzogen, denn auf der Rückfahrt bließ der Wind gewaltig und unerwartet kalt von vorn (Westen).

Als wir gegen 14/15 Uhr zurück im Hafen waren überlegten wir kurz was wir mit dem angebrochenen Tag machen wollten und entschieden und nach Silves zu fahren. Die Hochburg der Mauren früher war wunderbar und schön. Unübersehbar thronte die Burg und die vielen kleinen Gässchen luden zum Entdecken ein. Allen die mal hier in der Nähe sind können wir das als Tipp empfehlen. Leider machte die Burg allerdings gegen 17.15 zu weshalb sich der Eintritt für die letzten 20 Minuten nicht mehr rentierte. Evtl kommen wir aber nochmal wieder und schauen was es im Inneren noch zu entdecken gibt.
Da der Hunger langsam Einzug hielt machen wir uns auf den Rückweg zum Hotel, duschten und gingen wenig später hier um die Ecke lecker Fisch essen.

Am nächsten Tag wollten wir die Küstenlinie, die wir Tags zuvor noch vom Boot aus gesehen hatten, nochmal zu Fuß auf einem “Wanderpfad” erkunden. In der Nähe von Carvoeiro begannen wir unsere Tour, immer hoch oben auf den Felsen entlang der Küstenlinie gen Osten. Ziel war der ca 6Km entfernte Strand bei Benagil. Durch das viele auf und ab und die trotz der nur knapp über 20 Grad herrschenden Temperatur brennenden Sonne, dauerte die Tour fast drei Stunden. Unterwegs kamen wir noch an einem Hotel mit angegliederter Tauchschule vorbei und ich entschied spontan das wir mal wegen den Tauchmöglichkeiten hier fragten. Ein Tauchgang, inkl Ausrüstung sollte 60€ kosten, aufgrund der kühlen Wassertemperaturen (15Grad) gibt es aber noch nicht viel Fisch zu sehen meinte der Guide. Meist bleibt es wohl bei Wasserschnecken und Tintenfischen. Ich nahm trotzdem eine Visitenkarte mit und meinte wir überlegen es uns und melden uns ggf telefonisch.
Nach aktuellem Stand werden wir wohl leider doch auf den Tauchgang verzichten, wobei ich gerne gesehen hätte wie es hier unter Wasser aussieht. Aber 15 Grad in nem Nassanzug, auch wenn er 7mm hat, sind doch schon sehr kalt glaube ich. Wenn wir anschließend durchgefrohren aus dem Wasser kommen oder sogar abbrechen müssen ist auch niemanden geholfen.
Am Strand von Benagil angekommen stärkten wir uns mit einem Snack und da Nina ziemlich fertig war ging ich noch zwei Buchen alleine weiter um wenigstens von oben einen Blick in die Benagil Höhle zu werfen. Leider kommt man ohne Boot oder ähnlichem nicht rein, da es keine Möglichkeit gibt vom Felsen oben hinab zu steigen.
Zurück bei Nina im Restaurant konnte ich sie überzeugen dass ich den Rückweg besser alleine antrete und sie dann mit dem Auto abhole. Da es schon gegen 17.00 war würden wir sonst erst gegen 20.00 am Auto sein. Zumindest wenn wir in gleichem Tempo wie hinzus voran kämen. Somit hatte ich etwas Zeit für eine sportliche Herausforderung auf dem Rückweg und Nina konnte sich bei einem Eis und anschließend am Strand etwas erholen.
Das Offlinenavi auf dem Handy zeigte für die 6Km Strecke 1 Stunde 17 Minuten an und so meinte ich zu Nina dass ich sie vom Auto aus anrufe. Ich schätzte dass ich die Strecke in maximal 1,5 Stunden schaffen sollte.
Knapp 1 Stunde später am Auto angekommen war ich zwar recht schwitzig aber es war schön die Herausforderung angenomen zu haben. Alleine oben auf den Felsen, den Hochplatos, den Blick in die Ferne genießend. Wunderbar. Ich hätte den Weg noch Kilometerweit weitergehen können…
Am Auto angekommen gab ich der Offline Navi App den Strand an wo Nina wartete und war keine 10 Minuten später mit dem Wagen bei ihr. Von dort ging es wieder zum Duschen ins Hotel und anschließend zum Essen nach Alvor. Hier hatten wir einige Tage vorher schon mal gegessen und ich kann den Ort jedem der eine große Auswahl an Restaurants sucht empfehlen. Nirgend wo sonst haben wir so viele Restaurants dicht and dicht gesehen wie hier. Und dazu gibt es eine gute Auswahl. Im Wesentlichen natürlich Fisch aber auch der typische Italiener und selbst Sushirestaurants gibt es. Wir entschieden uns letztlich für einen original Italiener (Napoli) der eine exzelente Pizza machte! Darüberhinaus kamen wir mit der Bedienung ins Gespräch und erfuhren mehr über die portugisische (/spanische) Sprache.
Satt und zufrieden fielen wir an diesem Abend ins Bett.

Der nächsten Tag musste Ausgespannt werden und so stand ein Faulenzertag am Strand auf dem Plan. Mir hatte es der Strand von Benagil immernoch angetan und da ich die Höhle endlich mal bereten wollte könnte man sich ja vllt ein Standup Paddel oder See Kajak mieten. Vom Hotel aus suchten wir nach passenden Stränden, denn auch ein Schirmverleih, wegend er Sonnen, wäre ideal.
Letztlich fuhren wir zu einem Strand knapp östlich von Benagil. Da es dort allerdings mit immer weiter drehender Sonne keinen Schatten mehr gab, und uns die 8€ für nen Leihschirm zu teuer waren schaute ich mich auf der Offlinekarte nach einer Alternative um. Nach kurzem Suchen sah ich, dass es zwei Buchten weiter eine gab die lang und schmal in das Land hinein zu verlaufen schien. Wenn die Felswände dort ählich hoch ware wie am aktuellen Strand sollte es dort definitief Schatten geben. Ich erzählte Nina von dem Plan und kurz später machen wir uns auf den Weg über die Hochebene. Die Bucht stellte sich letztlich zwar doch nicht als ganz so eng und schattig heraus, dafür hatte sie allerdings eine Höhle die Schatten bot und bis auf ein einsames Mädel in der Höhle und ein Pärchen am anderen Ende des Strandes war er komplett menschenleer. Herrlich!
So konnte ich dösend mein Hörbuch ein gutes Stück weiter gen Ende hören, nachdem wir die Füße in den Atlantik gehalten hatten und die Wellen genossen.
Als der Hunger zunehmend drückte machen wir uns gegen 16.00 Uhr auf den Rückweg und hielten unterwegs bei Jumbo um neue Sonnenmilch zu besorgen. Das es dort Eclairs für 99 Cent gab ist eine Erwähnung wert, denn Sandwichs gab es dafür nicht. Aber was soll’s. In der Not isst der Teufel Fliegen 😀

Wenig später waren wir im Hotel, duschten und dösten noch etwas bevor es zum Abendessen hier um die Ecke ging. Ich bestellte Sea Brass und Nina Seafood Mushbread, eine lokale Spezialität (Eine Art Fischeintopf mit “zermantschtem” Brot). Sehr lecker und mächtig!
Auf dem Rückweg gönnten wir uns an der Wasserkante entlangschlendernd noch jeder eine große Kugel Eis die wir im Innenhof bei einem netten Gespräch mit Paolo, dem Hotelbesitzer, zu Ende aßen. Er gab uns weitere Tipps für Ausflugsziele, vom lokalen Wochenmarkt, den wir morgen mal besuchen werden, bis zur Stadt Alte, nördlich von Albufeira, wo wir morgen mal hin möchten.
Ob es am Weißwein, den 0.16 Uhr oder am vielen Faulenzen liegt das Nina nun schon wieder neben mir schläft während ich in die Tasten haue weiß ich nicht. Aber sobald die Fotos hochgeladen sind werde ich es ihr gleich tuen. Müde und zufrieden geht auch dieser Tag zu Ende und das leicht straffe Gefühl der gesonnten Haut fühlt sich herrlich erholsam nach Urlaub an.

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