Oleta River State Park & South Beach

Die erste Überraschung des Tages wartete heute gleich unten im Foyer auf uns – nämlich in Form des Frühstücks. Wir sind uns beide ziemlich sicher, dass bei der Buchung ein Continental Breakfast angegeben war. Die Damen und Herren des Hotels reduzierten es auf ein Frühstück, wobei eine Scheibe Toast mit Butter auch nicht noch weiter degradiert werden kann. Alternativ gäbe es noch Traubengelee bzw Mixed Fruits. Auf das Ei hätte ich ja noch verzichtet, und eine Auswahl zwischen verschiedenen Wurst und Käsesorten brauche ich auch nicht unbedingt, aber so gar nichts von alle dem ist doch zu wenig. Ich war kurz am Überlegen ob ich mir den Manager geben lasse, aber die anderen Gäste schien die spärliche Auswahl in keinster Weise zu stören und wir wollten uns auch erst nochmal vergewissern dass wir das wirklich richtig gelesen haben. Die Angestellte jedenfalls meinte das sie kein Continental Breakfast anbieten, nur „das hier“. Übrigens war auch das Geschirr eine Art „American budget style“: Einmalteller aus Styropor und Wegwerfmesser aus Plastik. Ich wette in diesem Hotel gibt es noch nicht mal ne Spülmaschine!

Nach ein paar Scheiben Buttertoast und bitterem Wasser, ääh Kaffee, ging es dann mit dem Auto in Richtung Norden zum Oleta River State Park. Im Reiseführer hatte ich gelesen das es hier jede Menge Tiere zu sehen geben soll. Von Delfinen und Manatees über Schlangen und Aligatoren bis zu Reihern, Pumas und Pantern. Der Eintritt war mit $6,- pro Auto (2 bis 8 Insassen) in Ordnung. Von den Tieren haben wir aber leider keine gesehen, das heißt, ich habe einen Schlangenschwanz gesehen, der aber ganz schnell im Busch verschwand. Zumindest war es keine Klapperschlange, soviel konnte ich sehen.
Was es an Tieren aber im Überfluss gab waren Spinnen! Ich kenne Radnetzspinnen aus Australien schon, deren Netze zwei Meter und mehr betragen und die mit ihren gut zehn bis zwölf cm gut sichtbar in der Mitte sitzt. Ob dies hier auch Radnetzspinnen sind weiß ich (noch) nicht genau. Die hier sehen jedenfalls etwas anders aus. Das massenhafte Auftreten (bzw hängen), die wirklich riesigen Netze und das Erscheinungsbild im Generellen lassen die Vermutung aber aufkommen.
Ach, eine kleine Eidechse hat Nina noch entdeckt (als ich gerade mit Spinnen fotografieren beschäftigt war).

Da in dem Park viele am Grillen waren und ich intelligenterweise den wasserfesten Sack für meine Kameraausrüstung im Hotel vergessen habe, den ich extra für Seekajaktouren in Deutschland schon gekauft hatte, fuhren wir zurück um uns auch etwas Essbares zu besorgen. Der Park an sich ist aber wirklich sehr schön und wenn wir in den Everglades keine Seekajaktour machen dann werden wir das dort nochmal nachholen. Hoffnungsfroh dann auch mit einer Aligatorsichtung!

Nun ging es also wieder auf der A1A zurück Richtung Ocean Drive und South Beach. Die Parksituation hier stellte sich erwartungsgemäß schwirig heraus und so folgte ich irgendwann einem Schild „Public Parking“. Das führte uns auf einen Parkplatz der für zwei bis vier Stunden $15,- kostete! Es gab aber sonst wirklich nichts und wir hatten Hunger. Als der Typ den Autoschlüssel wollte um den Wagen zu parken (das sei im Service mit drin) meinte ich das ich den Wagen da hin parken kann wo er ihn will. Mir ist es eigentlich nicht recht wenn außer uns beiden jemand den Wagen fährt. Wer weiß ob der nen Schaden verursacht und ich dann die Rennerei mit den Versicherungen habe. Er erklärte mich dann das Prinzip und meinte das wir den Schlüssel auch da lassen würden. Das war dann gar nicht mehr nach meiner Vorstellung. Ich bekam zwar schon eine Quittung aufs Dashboard gelegt aber den Schlüssel lasse ich ganz sicher nicht bei ihm. Ich meinte das er den Wagen meinetwegen Parken kann aber den Schlüssel nehme ich mit. Er erwiderte dass das dann aber nochmal $5,- extra kostete und ich stellte ihn vor die Wahl, dass ich den Schlüssel entweder mitnehme oder mir nen anderen Parkplatz suche. Er willigte knirschend ein und setzte den Wagen in die hinterste Ecke, gab mir den Schlüssel und wir tiegerten los Richtung South Beach. (Später merkte ich das er den Schlüssel behalten wollte um die Wagen jederzeit platzsparender umparken zu können.)

Nach etwas Bummeln und Schaufenster gucken fanden wir ein nettes Lokal und ich bestellte ein Sandwich mit Hühnerbrust, Avocado und lauter anderen leckeren Dingen und Nina Nudeln deluxe. Apfelschorle – also sparkling apple juice – kannten sie hier übrigens auch wieder nicht. In Australien war das schon ein echtes Highlight wenn man das ordern konnte ohne es zu erklären. Anscheinend ist das was typisch deutsches. Als ich auf der Karte dann sah, dass es sparkling water und apple juice zu bestellen gab, fragte ich ob er mir das einfach gemixt bringen könne, der Preis für beides sei ja auch noch gleich. Doch das ging nicht. Die Wasserflasche kommt nämlich mal wieder verschlossen, was an sich ja eine gute Sache ist. Ich bestellte dann also beides – Saft und Wasser – und mixte es selbst.
Die Rechnung von $51,- war dann allerdings überraschend, was mir später als ich das in Euro umrechnete aber erst richtig bewusst wurde.

Auf dem Rückweg zum Auto fanden wir noch eine Gallery mit Fotografien, ähnlich wie das LUMA in der Bielefelder Altstadt. Sehr geile Landschaftsfotos die der Mensch da geschossen und auf Acrylglas gezogen hat!
Als wir zurück am Wagen waren holten wir die Badesachen und fanden uns wenig später in den warmen Fluten des Atlantiks am weltberümten South Beach von Miami wieder. Das reinste Badewannenwasser!
Zwei Stunden später war unsere Parkzeit leider schon abgelaufen, wir haben zwischen Essen gehen und Badestrand umgeparkt, und so machten wir uns auf den Rückweg Richtung Süden. Nun galt es nach einer Mall bzw einem Lebensmittel Laden ausschau zu halten denn morgen frühstücken wir definitiv was ordentliches!
Bei Cockonut Bay fanden wir dann endlich einen Superstore und fingen an die Regale nach interessanten Sache zu durchforsten. Allein die Obst und Gemüseauswahl war riesig und mit einigen Dingen die ich noch nicht kannte. Grüne Bananen lagen neben fertigen gelben und die Sorte war auch ausgeschrieben und teurer. Da ich mir aber unsicher war ob das nun doch noch unreife waren oder ob man die tatsächlich so ißt habe ich sie liegen lassen. Vielleicht frage ich das nächste mal jemanden, wenn einer der Angestellte da ist. Ansonsten gab es allerlei unbekannte Nüsse und so kürbisähnliche Dinge. Milchkanister in XXL Größe kenne ich ebenfalls auch schon aus Australien – was aber definitiv neu ist sind XXL Dosen mit Red Bull! Fast 600ml!!! Wer das trinkt bekommt doch sofort Herz-Rhytmus-Störungen oder? Ich meine, ich könnte mich allein von dem süßen Geruch ja schon übergeben, trinken kann man das in der Menge glaube ich gar nicht.
Ach ja, das gute alte Sauerkraut gab’s natürlich auch 😀

Auf der Rückfahrt zum Hotel beschlossen wir eigentlich noch einen Cocktail trinken zu gehen, nachdem wir im Hotel geduscht haben, aber ich glaube Nina macht der Jetlag doch mehr zu schaffen als mir. Nun schläft sie also schon (es ist gegen 22.00 Uhr) und ich kann in Ruhe Fotos durchschauen und meinen Bericht schreiben. Vielleicht ist es ja doch gut wenn wir morgen noch keinen Tauchgang machen, was war nämlich mein Vorschlag für den morgigen Tag. Alternativ gehts jetzt vielleicht in die Everglades, wer weiß. Beste Grüße in die Heimat an alle zurückgebliebenen :p

1 comment

  1. Susanne

    Hi ihr beiden – Urlaub scheint ja im grossen und ganz schick zu sein 🙂
    Nur mal zur Aufklärung – „Continental Breakfast“ ist genau das – Toast mit Butter und Marmelade, ein wenig Kaffee (der in den USA IMMER unheimlich dünn ist) und mit viel viel Glück evtl. noch ein paar Eier und Bacon. Also Augen zu und Durch, oder das nächste Waffle House oder irgend ein Frühstücks Diner aufsuchen – die haben tolle Omlettes oder Pancakes oder so. Achtung, bei der Bestellung werden einem löcher in den Bauch gefragt: Eier gibt es soft boiled, hard boiled, scrambled, oder z.B easy over (Spiegelei kurz gewendet) … :-), dazu meist Saussage (die kleinen Würstchen) oder Bacon.
    Viel Spaß noch . LG Susanne

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