Abflug

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So, der große Tag ist gekommen. Und so betraten wir über die Gangway das Flugzeug, dass uns zu unserem ersten Etappenziel Singapur flog. Dem vorausgegangen war ein Abend, an dem […]

So, der große Tag ist gekommen. Und so betraten wir über die Gangway das Flugzeug, dass uns zu unserem ersten Etappenziel Singapur flog. Dem vorausgegangen war ein Abend, an dem der Koffer noch bis eine halbe Stunde vor Abflug umgepackt und gewogen wurde. 20 Kg waren im Flugpreis für den Koffer inbegriffen; 26Kg hatte mein Koffer letztendlich. Doch es war reichlich schwer, sich auf so wenige Dinge zu beschränken und das alles sollte auch noch die nötigsten Bedürfnisse für ein Jahr befriedigen. Wie auch immer, wir haben es geschafft.
Gegen kurz vor sieben fuhren wir dann aus Eschborn los, denn so hatten wir noch kurz Zeit, dass ich meinen wichtigen Kontoauszug holen konnte. Ihn brauchte ich schließlich, zumindest dachte ich das, um den Australischen Behörden zu zeigen, dass ich die für die Visumerteilung vorgeschriebenen 5000AUD besitze.

Gegen halb acht erreichten wir dann den Flughafen und waren damit weitaus rechtzeitig vor Schalteröffnung um 20.00 da. Doch auch unsere Mitreisenden waren auf den glorreichen Gedanken gekommen, rechtzeitig am Schalter zu sein, also hieß es warten bis man einchecken konnte.
Als dies dann erledigt war, statteten wir dem im Flughafen befindlichen McDonalds noch einen Besuch ab. Anschließend ging es dann nach Aufruf zur Passkontrolle und damit unweigerlich dem gefürchteten Abschied von der Family entgegen.

Nachdem auch dies mit einigen Tränen verbunden überstanden war, saßen wir dann in der Wartehalle von Qantas Airways und zählten die Minuten, bis wir endlich unseren Flieger betreten durften.

Nachdem wir die erste Zeit mit dem Ausprobieren des Entertainment Systems an Bord verbracht haben und es dann später sogar hell wurde, konnte ich mir meine Kamera schnappen und die ersten Bilder von der Landschaft machen.

Irgendwo nördlich des Iraks müssen wir etwa gewesen sein, als sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten. Weiter ging es dann Richtung Wüste Gobi in Richtung Indien und dann immer weiter ostwärts dem Ziel Singapur entgegen.
Ich muss zwar sagen das die ersten 11 Stunden schneller rum gingen als erwartet und bei weitem auch nicht so schlimm waren wie man vielleicht denken würde, aber dennoch waren wir recht froh, als wir endlich aus der Flugröhre aussteigen konnten.
Und der Flughafen Singapur war komplett anders als ich ihn mir vorgestellt habe. Ich hatte mehr einen großen, lärmenden Platz mit stickiger und heißer Luft erwartet, doch wie die Bilder zeigen war es ganz anders. Zudem trafen wir an der Tafel, an der wir uns über das Gate für unseren Anschlussflug informierten, Celine. Sie saß die ganze Zeit auf dem Sitz direkt vor mir. Schon komisch dass wir so spät erst ins Gespräch kamen.
Wie auch immer, nach einem Toilettenbesuch und einmal Zähneputzen ging es dann auf die Terrasse des Flughafens, um mal frische Singapurluft zu schnuppern.
Da Celine schon recht bald ihren Anschlussflug nach Wellington bekommen musste, haben wir sie nach etwa 2 Stunden wieder verabschiedet und machten uns auf die Suche nach den Computern, die einem kostenlosen Internetzugang gewähren.
Endlich gefunden, fanden wir Zeit für die ersten Mails nach Hause und an die Freunde und verbrachten die restliche Zeit mit der Erkundung des Flughafens.
Dank der Tasche, die ich mir vorher noch gekauft habe, mussten wir wenigstens unsere Jacken nicht tragen, sondern konnten die Tasche nutzen. Das rot-weiße unförmige Dingsda an meinem Körper ist also die Tasche und nicht etwa ein Schottenrock. 😉

Nach einigem Warten ging es dann endlich über Darwin (wieder eine Stunde warten) nach Cairns. Man könnte auch sagen, es ging in die Tropen. Wie ihr unschwer auf dem Video feststellen werdet, war dies der krasseste Zwischenstopp auf unserer Reise. Das Klima war dermaßen heiß und schwül dort, dass es keineswegs verwundert, warum dort Kokospalmen direkt auf dem Flughafengelände wachsen und das nahegelegene Queensland eines der artenreichsten Gebiete Australiens darstellt. Der Flughafen liegt wunderschön umringt von saftig grünen Wiesen und Wäldern so weit das Auge reicht direkt am Meer. Wer Jurassic Park III gesehen hat und sich noch an die Anfangsszene erinnert, in dem man das kleine Sportflugzeug durch die bewaldete Bergwildnis fliegen sieht, der kann sich vorstellen wie ich mich etwa gefühlt habe. Von dem Flughafen wollten wir fast nicht mehr weg. Doch Melbourne wartete schon auf uns. Auf dem Flug nach Cairns lernte ich übrigens Paul kennen, der neben mir saß und mit dem ich mich den Flug über unterhalten habe. Er erzählte, dass er aus Melbourne kommt und als Investmentbanker mit Anleihen und dergleichen handelt. Er war auch schon mal in Frankfurt und ist seinerzeit, wie er erzählte, am Wochenende des öfteren nach Österreich gefahren um Ski zu fahren. Die Aussies haben wirklich eine andere Relation zu Entfernungen 😉

Auf dem Flug nach Melbourne hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf das Great Barrier Reef, das ja nebenbei bemerkt das größte Riff der Welt ist. Erst jetzt habe ich die immensen Weiten dieses Riffes verstanden und gesehen, dass es aus hunderten kleinerer Riffe besteht, die alle in nicht weitem Abstand zueinander liegen. Ich glaube dieser Flug nach Melbourne ist der schönste auf unserer ganzen Reise gewesen. Die Landschaft war einfach nur grandios und die Wolkenformationen eine wahre Augenweide. Stellenweise hatte man das Gefühl, man fliege durch die Karibik. Inseln in hellblau türkisem Wasser mit weißem Strand rings herum, und dichte Vegetation die locker als Urwald durchgeht.

In Melbourne angekommen mussten wir wieder mal einige Stunden warten, bevor es endlich zu unserem Ziel Hobart ging. Während unseres Aufenthaltes ertönte einige Male die Sirene, die für die Vorfeldarbeiter die Warnung vor dem nahenden Sturm darstellte, wie uns die Polizisten erklärten, die wir nach der Bedeutung fragten. Wir hatten den „Thunderstorm“ schon beim Anflug auf Melbourne gesehen und hatten schon befürchtet, dass es sich um leichte Tornados handeln könnte. Die Sicht war nämlich klar bis auf diese dunklen, grauen Säulen die an zwei, drei Stellen vom Boden bis in den Himmel ragten und sich recht deutlich von der Umgebung abgrenzten. Ihretwegen ging es dann mit einiger Verspätung und einem Gatewechsel (der uns wieder durch das ganze Flughafengebäude scheuchte) nach Hobart.

Der Flug war allerdings nicht so schön. Es wurde recht bald dunkel und zudem tobte über Hobart wohl einer der heftigsten Stürme, die die Gegend seit längerem Gesehen hatte. Wie Warrick erzählte, hatten sie sogar golfballgroße Hagelkörner. Und das nach einem fast 30 Grad heißen Tag!! Und auch die Landung war, nachdem wir schon das Absacken in Folge von Luftlöchern gewohnt waren, im wahrsten Sinne des Wortes sprunghaft. Das Flugzeug war meiner Meinung nach noch ziemlich schnell beim Aufsetzen (wahrscheinlich damit der Pilot im Notfall besser durchstarten konnte). Außerdem trafen wir ziemlich hart auf die Landebahn auf, sodass das Flugzeug nochmal einen Satz nach oben machte, bevor es abermals aufsetzte und man deutlichst spüren konnte, das ein Bremsmanöver eingeleitet wurde.
Im leichten Regen verließen wir dann die auf dem Rollfeld stehende Maschine in Richtung Flughafenhalle, wo uns nach kurzem auch schon Elke entgegen kam.

Nach einigem Warten bekamen wir sogar unsere Koffer wieder zu Gesicht. Diese hatten wir nämlich in Melbourne noch am falschen Gate auf dem Rollfeld im Sturm und Regen stehen sehen und schon befürchtet, dass sie diese evtl. vergessen werden, an das neue Gate zu bringen.

Ich war jedenfalls ziemlich froh als wir endlich bei Dirk und Elke zu Hause in Taroona waren und ich nach etwas Reden endlich eine Dusche nehmen konnte. Soo gut hat das schon lange nicht mehr getan.
Abends im Bett, als ich die Augen schloss, hatte ich noch das Gefühl von einem ruckelnden und sackenden Flug im Körper.

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