Blue Mountains National Park

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Hier erfahrt ihr wie wir in den Blue Mountain National Park gekommen sind, wer die drei Schwestern sind und was wir sonst noch so alles erlebt haben.

Unser zweiter Tag in Sydney hat uns, wie geplant, in die Blue Mountains geführt. In diesem Naherholungsgebiet und Nationalpark, etwa ein bis zwei Autostunden von Sydney gelegen, warten spektakuläre Aussichten auf den Besucher. Ich beschreiben die Blue Mountains gerne als den Grand Canyon Australiens. Auch wenn ich noch nicht selbst, live und in Farbe am Grand Canyon in den U.S.A. war, ist der Canyon der einen in den Blue Mountains erwartet, z.B. an den weltbekannten ‘Three Sisters’ grandios. Oben auf dem Cliff stehend, kann man den Blick ewig schweifen lassen und man wünschte sich man hätte Flügel um diese schier endlose Weite noch besser genießen zu können.
Oben: Nina und ich vor den ‚Three Sisters‘
Um hier hin zu kommen kann man entweder einen Busservice nutzen, die Bahn nehmen oder man mietet sich einen Wagen – die Option die wir eindeutig bevorzugten da wir dadurch natürlich wesentlich freier waren. Schon am ersten Tag hatten wir die Autovermietung ganz in der Nähe des Hotels gesucht, die ich in Deutschland schon herausgesucht hatte. Extrafrüh standen wir also auf und gingen zur Autovermietung um uns ein Gefährt für den Tag zu organisieren. Ohne größere Probleme saßen wir etwa 20 Minuten später in unserem Kia, mit scheinbar Vollausstattung wie Apple Carplay, Spurhalteassistens und vielem mehr, der uns den Tag über kutschieren sollte. Da ich den Verkehr als Autofahrer noch aus meiner damaligen Zeit in Sydney kannte, habe ich diesmal ein Navi im Auto dazugestellt, wenngleich wir mit Maps.Me auch ein gutes Offline Navi im Handy haben. Obwohl alles in der Stadt gut ausgeschildert ist: die Spuren wechseln ständig und ununterbrochen geht es rechts und links auf dem Freeway und den Tunneln in alle Richtungen ab und ohne man sich versieht ist man mangels rechtzeitigem Spurwechsel abgefahren und im Dschungel der Einbahnstraßen gefangen. Exzellent angelegte $5 also!
Nach kurzer Zeit hatte ich mich auch wieder an den Linksverkehr gewöhnt, obwohl ich anfangs öfters mal den Scheibenwischer bediente, wenn ich eigentlich den Blinker setzen wollte. Ja, auch diese beiden Hebel sind hier vertauscht 😉
Die Aussicht in den Blue Mountains war wie erwartet spektakulär! Glücklicherweise hatte ich die Drohne, in weiser Voraussicht, eingesteckt. Obwohl es sich um einen National Park handelt habe ich sie an einer Stelle, hoch auf dem Cliff, in dessen Tiefe ein Wasserfall stürzte herausgeholt um wenigstens ihr einen kurzen Rundflug zu gönnen. Belohnt wurde ich mit einem Video das zeigt wiiie tief es da nur wenige Meter vor uns in die Tiefe geht.
Nachdem wir die Three Sisters, eine Steinformation aus drei schmalen aufragenden Felsen, besichtigt hatten fuhren wie weiter zu den Leura Cascades, einem schönen Wanderweg der an einem Bach durch einen grünen Wald aus Farnen führt. Gesäumt wurde der Weg, der sich an dem Bach entlangschlängelt, von den Cascadenartigen Wasserfällen die sich am gigantischen Drop Off trafen an dem ich die Drohne habe steigen lassen. (Aufgrund der misserablen Internetverbindung ist leider an den Upload eines mehrere hundert MB großen Videos in 4K oder wenigstens in FullHD nicht zu denken. Und ne ‚krüppelige‘ 640er Auflösungsversion wird weder dem Ausblick gerecht noch möchte das jemand anschauen. Ihr bekommt es also in der finalen Version des Urlaubsvideos nach der Rückkehr präsentiert.)

Da mir seit morgens das linke Knie zunehmend weh tat war die Wanderung für mich streckenweise recht schmerzhaft. Auf gerader Strecke geht es eigentlich ganz gut, aber steile Strecken und Treppen hoch und besonders runter sind sehr schmerzhaft. Da meldet sich also das Jogger Knie wieder zurück und forderte seinen Tribut für die Kilometer der Stadtbesichtigung am ersten Tag.

Links: Aussichtsplattform bei den Three Sisters
2 von Links: Three Sisters
3 von Links: Panorama bei den Three Sisters
Rechts: Drop-Off mit Wasserfall
Nachdem wir es zurück zum Auto geschafft hatten fuhren wir etwa 40 Minuten weiter zum Botanical Garden am Mount Tomah. Hier war es super schön und es gab, in der untergehenden Sonne, viele Pflanzen der südlichen Hemisphäre zu sehen. Als i-Tüpfelchen flogen viele Lorekees und einige weiße Kakadus frei umher und so schaffte ich es nach der für mich etwas deprimierenden Fotoausbeute des ersten Tages auch einige Fotos zu produzieren die meinen Ansprüchen genüge wurden.
Links: Australian King-Parrot (Alisterus scapularis)
Mitte: Nina und ich im Botanischen Garten
Lediglich Insekten, wie Spinnen und Ameisen, oder wenigstens mal eine Raupe oder ein Käfer gab es nicht zu sehen. Wie ich in Deutschland schon immer erzählt habe: den Mythos mit den ganzen Giftkrabblern und Kriechern kann ich, wenn man in halbwegs Urbannahen Gebieten bleibt nicht bestätigen. Jedenfalls nicht hier im Süden des Kontinents. Möglicherweise, ja hoffentlich, wird sich das spätestens nächste Woche im hohen Norden noch ändern. Im tropischen Queensland sollten sich doch auch ein paar exotische Insekten als Fotomotiv finden lassen! (Nina, ich hoffe du hast diesen Absatz überflogen 😉 )
Oben: Impressionen aus dem Botanischen Garten den die untergehende Abendsonne in ein grelles Licht tauchte
Als wir uns auf den zweistündigen Rückweg nach Sydney machen waren wir beide sehr müde. Auch wenn wir Nina als Zweitfahrer angegeben haben fuhr ich die ganze Zeit. Zusammen hatten wir entschieden dass sie vllt besser erstmal im ‘ländlicheren’ Tasmanien einige Linksfahrererfahrungen sammelt. (Obwohl wir extra eine Reduzierung der Selbstbeteiligung von $2000 auf $0 dazugekauft haben. Ich frage mich ernsthaft wer diese $14, etwa 6€, zusätzlich nicht ausgibt!)

Nach etwa einer Stunde machten wir eine kleine Kaffeerast bei einem Hungry Jacks (dem australische Burger King) um mit einem Cappuccino und Pommes etwas gegen die Müdigkeit zu unternehmen. Die Landstraße war stellenweise für meinen Geschmack doch sehr eng, und das monotone Fahren mit 60 Km/h war einschläfernd. Generell, selbst auf dem Highway, fahren sie hier deutlich langsamer als bei uns. Allerdings stört mich das hier wesentlich mehr mit 80km/h ‘zu schleichen’ wenn man die Straße fast bis zum Horizont gerade vor sich sieht, als z.B: in den Niederlanden mit 90 oder 100 auf der Autobahn zu fahren. Was mich in den Niederlanden entstresst wirkte hier eher deprimierend und einschläfernd.
Abends wieder in Sydney angekommen gaben wir den Wagen ab, warfen den Schlüssel in den Briefkasten der Autovermietung und suchten uns anschließend ein schönes Sushirestaurant um uns die Mägen mit Leckereien zu füllen.

Todmüde aber glücklich lagen wir wenig später wieder im wohl bequemsten Bett meines Lebens und schliefen ein.

P.S.: Bitte genießt die Bilder! Ich habe wegen der besch**en langsamen Internetverbindung (aktuell in Hobart) mal wieder fast eineinhalb Stunden gebraucht um 26 Fotos mit gerade mal 20MB hochzuladen und in den Post einzubinden. Zu Haue ist das ne Sache von unter 5 Minuten.