Das Duo und der Pakamann

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Hi erstmal, das winterliche Wetter setzt sich leider in den letzten Tagen gegenüber der Sonne immer mehr durch, wenngleich wir auch immer mal wieder 10 oder 15 Grad haben. Doch […]

Hi erstmal,

das winterliche Wetter setzt sich leider in den letzten Tagen gegenüber der Sonne immer mehr durch, wenngleich wir auch immer mal wieder 10 oder 15 Grad haben. Doch der Wind draußen ist teilweise wirklich eisig. „Es fühlt sich an als wenn der direkt aus der Antarktis kommt“ wie Dennis immer mal meint. Doch nach einem eiskalten, stürmischen und verregneten Donnerstag, dessen Nacht uns aber aufrund des extremen Regens fast 9.000 Liter Wasser einbrachte, folgte zum Glück ein erwärmender Freitag der das warme Wochenende einläutete. Und so haben Steffie und ich uns am Sonntag doch mal tatsächlich vor die Tür ins Freie gewagt, um festzustellen das die Sonne wunderbar warm ist. Die Steine unseres Hauses scheinen die Kälte wirklich wunderbar zu speichern welche durch die Einfachverglasung!!! nach innen dringt.
Jedenfalls haben wir die Sonne bei einem kleinen Strandspaziergang genossen und nebenbei die schönen Wellen bewundert. (Siehe Video). Anschließend haben wir uns dann spontan noch dazu entschlossen Richtung Opossum Bay zu fahren, wo wir zwar schon mal versucht haben zu laufen, aber irgendwie keinen richtigen Weg gefunden haben.
Als wir dann auf dem Weg dahin waren sind wir geradewegs an der ersten Straße vorbeigefahren, die eine Möglichkeit zum spazieren gehen anbot. Doch das war im Nachhinein betrachtet gar nicht mal so schlimm, denn so haben wir den Pakamann kennengelernt.
Als Steffie nämlich einige hundert Meter weiter auf einen kleinen Parkplatz eingebogen ist, um dort zu wenden, stellte sich dieser mehr als überdimensionale Zufahrt zu verschiedenen Grundstücken mit integriertem Wendehammer heraus. Und an der rechten Seite des Parkplatz-Zufahrt-Wendehammers lag ein riesiges Grundstück von einem Zaun umgeben auf dem etwa 10 oder 12 Pakas (auch bekannt als Lamas) grasten und tollten. In einiger Entfernung arbeitete ein Mann auf dem Gut in einem Schafgatter, der es locker mit dem Mann aus der Milka Werbung aufnehmen könnte. Ihr wisst schon, der mit „It`s cool man!“ naja ihr werdet ihn ja gleich noch zu Gesicht bekommen.
Steffie wollte sich die Pakas jedenfalls mal etwas mehr aus der Nähe ansehen und so sind wir mal rüber gegangen. Ich hatte zwar so meine Hemmungen den fleißigen Mann bei seiner produktiven Arbeit zu stören, aber Steffie… 😉
Jedenfalls war der Mann wohl ganz froh über die kleine Abwechslung und uns interessierte Gäste und lud uns nach einem kurzen Gespräch über den Zaun auf sein Grundstück zum Pakas füttern ein. (Steffie wollte eigentlich nach einer Möglichkeit in der Gegend zum Pferdereiten fragen, was sie aber angesichts der Pakas, Schafe und der Kuh vergessen hat. Aber ich habe sie später selbstverständlich daran erinnert ;))
Nachdem das Auto also abgeschlossen war sind wir durch das Tor Richtung Pakakoppel gelaufen, wo der gute Mann, mit dem langen Bart, auch schon mit einem Gefäß voller Pellets auf uns wartete. Ins Gespräch vertieft haben Steffie und er nun die Pakas aus der Hand gefüttert.
Und dann geschah es! In einem Moment der Unachtsamkeit, man war ja ins Gespräch vertieft, hörte man auf einmal ein „ruit-tshhhh“. Mmh, ja, das dachte ich mir auch. Und was war geschehen? Das ach so brave, liebe, niedliche, wollige, knuddelige, gefräßige Lamafiech hat uns angespuckt!
„Ja, das machen die manchmal“, meinte der Bartträger, „wenn sie was zu fressen wollen“. WAS?!? Die spucken wenn sie was zu fressen von mir wollen? Sehr tolle manieren! (Ich stellte mir das mal in einer Beziehung vor. Der Mann kommt nach Hause, die Frau steht irgendwo und arbeitet. Da geht der Mann hin und spuckt ihr ins Gesicht. Aber nicht aus Abneigung, nein, er hat eben hunger.) Naja, kann Steffie ja froh sein das ich kein Lama bin 😉 … ääh, und ich natürlich auch.
Der gute Mann hat sich dann daraufhin für seine Tiere entschuldigt und meinte nach der Erklärung, dass das mit dem Spucken etwas eklig ist (Ja, gebe ich ihm recht). Vor allem riecht es recht penetrant.. (Kann sein, ich habe das zum Glück nicht gerochen, aber Steffie meinte später im Auto „das stinkt!“.) Nun ja, ich habe mir jedenfalls meine Schutz-Sonnenbrille vom Salamanca Markt wieder aufgesetzt, die ich eigentlich aus Höflichkeit und wegen ihrer Vollverspiegelung dem Gastgeber gegenüber abgenommen hatte. Aber bei solchen Haustieren… 😉
Im Gespräch erzählte der Pakamann dann noch das er die Tiere einmal im Jahr scheert und die Wolle dann zusammen mit seiner Frau verkauft. Außerdem verkaufen sie auch noch Pakas (und die waren glaube ich fast alle schwanger!.. Und außerdem noch die Kuh. Und das eine Schaf schien auch entweder fressen oder Schafböcke als Hobby zu haben).
Nun ja, als der Besuch bei den Spuckerchen dann zu Ende war (an dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich durchaus weiß das der Volksmund erzählt das Lamas spucken. Aber ich dachte eben das sie das zur Verteidigung machen! Und nicht um ihre Fresslust zum Ausdruck zu bringen!) ging es jedenfalls weiter nach Opossum Bay wo wir nochmal etwas am Strand spazieren gegangen sind und anschließend jeder ein Eis gekauft haben. Wenn wir schon mal Halbsommer im Herbst haben, muss man das auch zum Ausdruck bringen 😉 und die Eissorten hier sind teilweise schon lecker-exotisch. Ich habe in Deutschland zumindest noch kein Magnum Pfefferminz oder Pistazien oder Tofifee-Mandel Eis gesehen. (Auf letzteres fiel meine Wahl als Nusssüchtiger.)

Als wir abends zurück zum Clifton Beach gefahren sind, gab es mal wieder einen wunderschönen Sonnenuntergang und da es ziemlich Windstil war, lag die Lagune fast ohne eine Welle da und bot ein anschauliches Spiegelbild der Hügel und Berger ringsherum in sich da. Leider kommt das auf dem Foto nicht so schön rüber, da es schon so dunkel war, aber ihr könnt euch vorstellen wie es aussieht wenn etwa 190° Blickwinkel aus einem endlos langen See besteht in dem sich neben der Abendsonne auch die Berge spiegeln.

So, und nun aber die versprochenen Bilder und Videos. Das mit dem Pakamenschen ist leider nur recht kurz geworden. (Was muss Steffie auch ewig reden und wenn ich dann den Videomodus einschalte fällt ihr ein sich zu verabschieden ;))

Bis die Tage mal wieder..

P.S.: Lissy, an dich habe ich bei der Wolle gedacht. hast du schon mal mit Pakawolle etwas gestrickt? 🙂