Wombat Wahnsinn auf Maria Island

Teile auf:

Hier erfährst was unsere zweite Station nach Sydney war und was wir beim Tagesausflug nach Maria Island erlebt haben.

Unsere nächste Station auf der Reise führte uns nach Hobart auf Tasmanien. Mit einem gebuchten Shuttel vom Hotel ging es am Freitag (17. Mai) zum Flughafen. Das war nicht nur schneller und deutliche bequemer, sondern auch noch ein paar Dollar günstiger. Also ein must-buy!
Entlang der Ostküste flogen wir wenig später Richtung Süden, überquerten die Brass-Strait und landeten etwa 90 Minuten später schon in der Hauptstadt Tasmaniens. Nachdem wir unserem Mietwagen (einen Mitsubishi Outlander) bei East-Coast abgeholt hatten (ein Shuttel vom Flughafen zum Pick-up ist erforderlich) machten wir uns auf den Weg zur Unterkunft, die etwa 20 Minuten entfernt in Battery Point liegt. Es war wie nach Hause zu kommen. Alles kam mir vertraut vor und es ist unglaublich wie wenig sich in den 12 Jahren seit dem ich hier gelebt hatte verändert hat.
Das Montacute Bunk House war zwar recht spartanisch und das Bad auf dem Flur, aber alles war sauber und gut organisiert. Die Lage obendrein top, nur knapp 200m vom Salamanca Place entfernt, und der Preis dafür unschlagbar. Insgesamt also ein super Wahl.

Nachdem wir den Anreisetag mit ein wenig Stadtbummel und “Ach, lass mal schauen ob es das noch gibt” und “Ach, da muss ich gerade nochmal schauen” fließen wir Abends nach einer leckeren Pizza vom Salamanca in Bett.

Der nächste Tag führte uns nach Maria Island, einer Insel an der Ostküste die komplett als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Nina wollte unbedingt Wombats sehen und ich wusste dass dafür ein guter Platz der Bonorong Wildpark ist. Dort hatte ich damals schon ein kleines Wombat gesehen. Cutness-Factor 1000%!
Maria Island versprach aber dennoch ein schöner Ausflug zu werden. Neben vielen Tieren die man hier in freier Wildbahn sehen kann wird man auch mit wunderschöner Natur umworben. Buschland und Eukalyptus- und Farnwälder, die typischen Landschaften in Tasmanien, wechseln einander ab.

Links: Fähranleger
Zweite v. Links: Unsere Fähre
Mitte: Die Flagge Australiens für die Schifffahrt
Rechts: Küste Maria Islands
Morgens war ich mal wieder in aller Herrgottsfrühe wach. Irgendwie ist im Urlaub 6.00 Uhr was zu Hause 9.00 für mich ist. Ich schaute also schon mal im Internet wie die Abfahrtzeiten der Fähre sind, welche Kosten entstehen und wie das Prozedere so generell funktioniert. Da es nur eine Fähre zur Insel um 9.00, 10.30, 12.00 und noch eine bzw zwei später gibt, und die letzte schon um 17.00 wieder zurück fährt, weckte ich nach etwas Überlegung Nina, die noch friedlich neben mit schlummerte. Noch im Halbschlaf erfuhr sie, dass wir vllt doch schon aufstehen sollten und nicht bis um 8.30 auf das Weckerklingeln warten sollten, denn sonst wird das alles sehr knapp. Das wäre nicht nur schade weil man dann wenig sieht sondern auch weil die Fahrt und der Eintritt in den Nationalpark ein bisschen was kosten.
Gesagt, getan. Ich kaufte über die Website der Insel, encountermaria.com.au zwei Tickets für die 10.30 Fähre aus Triabunna, buchte uns zwei Fahrräder dazu und außerdem natürlich den Eintritt in den Nationalpark. Die Fahrräder waren eine super Wahl. Nicht nur dass man schneller überall hinkommt, es war auch deutlich angenehmer die weitläufige Insel zu erkunden. Die Fahrt von Darlington zu den Painted Cliffs wird z.B: mit 1 bis 2 Stunden ausgeschildert. Mit dem Rad waren wir in 15 Minuten hingefahren.
Links: Wombat mit Jungem, kurz nach dem Jetty
Mitte: Ich, begeistert ein Wombat gefunden zu haben
Rechts: Eucalyptuswald, den wir durchradelt haben
Das Beste war aber sicher dass es dort unzählige Wombats gibt. Nina war im Himmel! Keine 50 Meter hinter dem Jetty graste bereits im Graben neben dem Weg eine Mutter mit ihrem Jungen. Absolut süß! Nach unzähligen Fotos ging es kaum 100m weiter. Schon wieder eins, und da! und dort!
Ich hatte in einer Tripadviser Rezession gelesen dass ein anderer Besucher bei 50 aufgehört hat zu zählen. Ich kann es nach diesem Besuch nur bestätigen. Wer wilde Wombats sehen will bekommt hier eine 100% Chance dazu! Hinzu kommt das es freilebende Tiere sind die so an die Menschen gewöhnt sind dass sie nicht groß weglaufen. Besonders für schöne Fotos ist das also ein riesen Plus!
Eines der Tiere war sogar so neugirig, dass es, als ich hockte um es schön ‘auf Augenhöhe’ zu fotografieren langsam auf mich zu kam. Es beschnupperte mich und ich konnte es sanft am Rücken streicheln. Wunderschön. Nina hat den Moment mit ihrem Handy auf Video festgehalten und beneidete mich anschließend sichtlich um mein Glück. Ich meinte sie solle sich einfach mal ein Stück weiter auch hinhocken, das Wombat kommt sicher auch zu ihr. Und so war es. Es kam kurz darauf neugierig angetrabt und beschnupperte auch sie.
Was etwas schwieriger zu fotografieren waren die Wallabies. Die waren sehr scheu. Das hätte ich gar nicht so erwartet. Sobald man ihnen aber auf 50m nahe kam hüpften sie weg und auch die größeren Kängurus waren recht scheu. Eines hüpfte mich sogar fast über den Haufen! Wir hatten gerade eine kleine Rast gemacht um etwas zu trinken und ein paar Fotos zu machen als wir gerade wieder auf die Räder gestiegen waren um weiter zu fahren. Kaum fuhren wir 10m, ich voraus, gab es ein dumpfes Geräusch rechts von mir im Busch und ein mannsgroßes Känguru kam aus dem Unterholz gesprungen und hüpfte fluchtartig etwa 1m vor mir auf die andere Seite der Straße.
Oben: Die Painted Cliffs an der Westseite der Nordinsel
Weitere Attraktionen waren noch die Radtour durch den herrlichen Eukalpytuswald auf einem schönen Rundweg der uns auch zu einem einsamen See mitten  im Wald führte an dem eine Lichtung mit Bänken und Picknick-Tischen waren. Außerdem natürlich die Painted Cliffs – wobei wir da nur mal kurz hingefahren sind, einmal kurz langegangen und dann wieder zurück. Mit Tieren und der Landschaft schroffer einzelner Bäume im Busch oder dem Wald konnten wir mehr anfangen.

Insgesamt war es ein wunderbarer Ausflug und wir waren pünktlich um 16.45 wieder am Jetty wo uns um 17.00 die letzte Fähre zurück zum “Festland” von Tasmanien brachte.

Übrigens hat sich Nina auch für zu Hause ein Wombat mitgenommen. Wenn ich mal nicht da bin hat sich nun immer etwas zum Beknuddeln 😉

Geschichtliches über die Insel

Lange bevor europäische Entdecker in diese Region der Welt kamen, besiedelten Aborigines vom Stamm der Tyreddeme die Insel. Der Entdecker Abel Tasman benannte die Insel 1642 nach Maria van Diemen, der Frau des Generalgouverneurs von Niederländisch-Ostindien Anton van Diemen. Der französische Forschungsreisende Nicolas Baudin war schließlich einer der ersten Europäer der die Insel betrat.

Maria Island wurde im frühen 19. Jahrhundert von Wal- und Robbenfängern besiedelt und von den Engländern in den Jahren 1825 bis 1832 als Strafkolonie genutzt.

Oben: alte Zementfabrik
Der italienische Entrepreneur Diego Bernacchi pachtete die Insel 1884 für einige Zeit, ließ eine Zementfabrik bauen und versuchte Wein anzubauen. Er gründete eine Siedlung mit zeitweise bis zu 250 Einwohnern, Schule, Post und Geschäften. Das Unternehmen scheiterte aber schon 1892. Nur mit der Zementfabrik war kein Auskommen möglich und Bernacchi kehrte 1886 über Melbourne zurück nach London. Im Jahre 1925 versuchte er sich ein zweites Mal. Seine Ideen, auch von Tourismus, waren allerdings seiner Zeit voraus und er scheiterte 1930 endgültig. Nach dieser zweiten Periode der Industrialisierung wurde Maria Island von einigen Farmer-Familien besiedelt. Aus dieser Zeit stammen auch einige Ruinen von ehemaligen Farmhäusern auf der Insel. Das Ende kam 1971, als die tasmanische Regierung begann, das Land aufzukaufen und in einen Nationalpark zu wandeln.

Heute ist die Insel nicht mehr dauerhaft besiedelt und beherbergt meist nur in den Sommermonaten eine kleine Gruppe Ranger und Touristen.

Quelle des Geschichtteils: Wikipedia