Levadawanderung zum Caldeirão Verde

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Der zweite Tag führt und auf einer mehrstündigen Wanderung durch die grüne Bergwelt zum 100m hohen Wasserfall Caldeirão Verde.

Es ist Montag, der 23. August und wir genießen das Frühstück auf der Terrasse  unserer Unterkunft, dem Hotel Gordon, das wir am Vortag geordert haben. Um uns herum blühen Orchideen und allerlei andere Pflanzen die die alte Dame des Hauses mit sichtlich geschicktem grünem Daumen pflegt. Ein uralter Avokadobaum am Südende der Terrasse spendet Schatten, wenn gleich die Sonne sich noch von ihrer sanften Seite zeigt und das Thermomenter lediglich auf angenehme 23 Grad schiebt.

Bisher stehen für den heutigen, ersten, Tag unseres Urlaubs nur ein Besuch in der Touristen Information an. Der digitale Notizzettel mit möglichen Ausflugszielen ist natürlich durch die im voraus schon gelesenen Reiseführer gefüllt, aber man weiß ja nie was man bei einem Stadtbummel Richtung ‚Tourist Information‘ nicht doch noch entdeckt.
Nach dem Frühstück unterhalten wir uns mit der Inhaberin und ihrer Mutter (mit dem grünen Daumen) und bewundern gemeinsam die Blumen. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen wieviele Gemeinsamkeiten Sprachen in ihrer Wortbedeutung doch haben. Die Orchideen ‚Sapatinhos‘ und ‚Pantufas‘ sind im deutschen als Frauenschuh bekannt. Schön zu sehen das man bei einer Blume direkt an Pantoffeln und Frauenschuhe denkt 😀
Im Laufe des Gespräches fragte ich die Inhaberin was sie uns auf Madeira als Ausflugsziele empfehlen kann und sie zeigt uns auf einer Karte einige Ziele. Eines davon wird unsere Tour für heute werden: Eine Levadawanderung zum Caldeirão Verde.

Levada,
das uralte Bewässerungssystem der Einwohner
Levadas, so erfahren wir sind die „Bewässerungsgräben“ die schon seit urzeiten nach einem komplizierten System die Bewässerung der Landwirtschaft sicherstellen. Auf der Nordseite der Insel, bei Queimadas gelegen, führt der Wanderweg PR9 von einem kleinen Parkplatz über 6,5 Km immer direkt an den Levaden entlang wandernd durch dichten Bergwald zum ca 100m hohen Wasserfall Caldeirão Verde.
Im Tourenführer sind für die insgesamt 13 Km Wanderung 5 Stunden 30 Minuten angegeben. Ein guter Einstig die Natur Madeiras zu erleben.

Für die Anfahrt von Funchal wählen wir bewusst die steile Bergstraße über das Gebirge die sich in Serpentinen durch Wälder und Berge windet. Unser kleiner C1 schafft das gut, wenngleich nicht mit Bestnote. Aber hey, der Weg ist das Ziel und wir haben es nicht eilig.
Die Landschaft draußen vor dem Autofenster ist herrlich. Die Berge sind steiler und schroffer als gedacht und ich weiß nicht wie oft ich in Täler schaue und denke: „Das ist das reinste Miniaturwunderland hier“. Man bekommt das Gefühl das die komplette Insel von Tunnels durchbohrt ist und Brücken beinahe jedes zweite Tal überspannen. Das alles aber ohne aufdringlich und „verbaut“ zu wirken. Es ist einfach nur krass wie schnell man kreuz und quer fahren kann und Talstraßen die man eben noch von oben bestaunt hat werden plötzlich zur eigenen Straße bevor es wieder in den nächsten Tunnel geht. Das alles umringt von Lorbeer und Eukaliptuswäldern, bunten Blumen wie Hortensien & Co und in der Ferne stets abwechselnd ein bewaldeter Berghand oder der Meer. Wunderbar!

Blick vom Aussichtspunkt bei Cancela
(am des Friedhof)
Fast auf der Nordseite „rausgekommen“ zeigt ein unscheinbares Schild am Straßenrand plötzlich nach links und deutet an das dort ein Aussichtspunkt in einer Sackgasse liegt. Noch Nina fragend ob wir da mal gerade hinfahren wollen, setze ich schon den Blinker und biege ab.
Nach ca 400m steiler Straße kommen wir vor einer weißen Mauer an um die man herumfahren kann. Im Inneren befindet sich der Friedhof und außen herum ein gigantisches Bergpanorama. Wir parken und gehen ein paar Schritte um die Aussicht zu genießen. Unten winden sich Straßen, in der Ferne sind Häuser in den steilen Berg gebaut und ganz oben auf dem Berg steht eine Kirche. Ich bestaune die Szenerie und denke mir schon wieder: Was ein Miniaturwunderland!
Levada, Detailaufnahme der Moose, Wasserfall „Caldeirão Verde“
von links nach rechts
Dann geht die Fahrt weiter und wir kommen kurz später am Parkplatz in Queimadas an.
Nachdem wir uns in der Rezeption „angemeldet“ haben und den Hinweis bekommen dass wir für die Wanderung Taschenlampen brauchen, denn es geht durch mehrere Tunnels, laufen wir los.
Der Wald um uns herum ist urtümlich und schroff. Neben uns schlängelt sich die Levada, eine schnell fließender Rinnsal aus Wasser in einer in den Feld gehauenen Vertiefung. Darin schwimmen immer wieder kleinere Forellen.
Direkt neben der Levada ist der nackte Fels mit Moosen, Flechten und Farnen überwuchert durch die tropfend Wasser sickert. Auf der anderen Seite fällt der Berg steil und vermutlich mehrere hundert Meter in die Tiefe ab.
Einige der Tunnel
durch die wir wandern mussten
Wir befinden uns fast die gesamte Zeit auf ca 1250m – 1300m und folgen dem Weg der sich in Serpentinen wie ein Band an den Berg gelegt um ihn herumwindet. Nach mehreren Stunden der Wanderung denke ich mir ‚Ich möchte gar nicht wissen wie anstrengend es gewesen sein muss diesen Weg und vor allem die Levada anzulegen‘!
Nachdem wir mehrere, teils sehr niedrige Tunnels, die vor ewiger Zeit in Handarbeit gemeiselt sein müssen, durchquert haben (und eine Taschenlampe ist wirklich dringen nötig! – Handy geht aber) kommen wir schließlich am Caldeirão Verde an.
der 100m hohe Wasserfall „Caldeirão Verde“
Er ist sehr hoch und doch habe ich ihn mir etwas ’spektakulärer‘ vorgestellt. Nicht dass ich enttäuscht bin, aber er ist derart hoch und die Schlucht davor so eng, das man ihn nicht im ganzen fotografieren kann. Vielleicht liegt es aber auch daran dass die Schlucht gerade etwas im Schatten liegt und wir noch einige Stunden Rückweg vor uns haben. Und so schön die Wanderung auch ist, zwei Stunden hin und auf halber Strecke umdrehen hätte es dann auch getan, finde ich.

Wie recht ich mit dieser Meinung haben soll zeigt sich auf dem Rückweg. Mein rechtes Knie fängt an weh zu tun. Ich kenne das schon vom Joggen: Runners Knee. Eine Überbeanspruchung der Sehnen im Knie führen zu stechenden und ziehenden Schmerzen bei jedem Schritt. Leider soll man den Schmerz nicht ignorieren da er ernst ist.
Das Tempo auf dem Rückweg wird also immer langsamer. Ich fühle mich als wenn ich doch auch alt werde. Sicher sind die etwa 10Kg Fotorucksack mit Objektiven, Stativ etc nicht förderlich, aber das es selbst beim Wandern schon solche Schmerzen gibt. Nach bisher gerade mal 8Km!?!
In langsamem aber stetigem Tempo geht es den stellenweisen sehr schmalen Weg zwischen Abgrund und Steilwand entlang der Levada zurück Richtung Auto.
Tag 2 unseres Urlaubs muss definitiv etwas mit deutlich weniger Gehen her, sonst kann ich keinen Schritt mehr machen und es steht ja noch das Tauchen auf dem Programm!

Panoramaaufnahme,
Links und Rechts der Weg
Einige Stunden später am Auto angekommen falle ich erleichtert in den Fahrersitz und atme tief durch.
Für den Rückweg nehmen wir die Autobahn die die Fahrzeit zurück Richtung Funchal fast halbiert. Und das obwohl sie komplett um das Ostende der Insel herumführt und nicht, wie die Serpentinen, den „direkten“ Weg durch die Mitte der Insel nach Süden nimmt.

Da es schon gegen 20.00 Uhr ist entscheiden wir auf dem Rückweg nicht bis Funchal zu fahren, um zu Abend zu essen, sondern uns schon vorher etwas zu suchen. Da fällt und das Klenk’s Cafe ein, von dem uns Petra erzählt hat. Es gehört zur Tauchbasis mit der wir Tauchen möchten und liegt auf dem Weg. Unser zweites Abendmahl in diesem Urlaub nehmen wir also in Klenk’s Cafe ein.

Anschließend geht es weiter in Richtung Hotelbett wo wir müde und erschöpft gegen 22.00 hineinfallen. Währen Nina kurz später neben mir einschläft bearbeite ich die Fotoauswahl des Tages und bereite diesen Post vor.
Ein wunderbarer erster Tag geht zu Ende, von dem sich mein Knie hoffentlich schnell erholen wird.

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